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Problempferde

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen ein paar Pferde und ihre zweibeinigen Partner vorstellen.

Was sie alle gemeinsam haben ist, dass sie aus unfachlicher aber auch aus fachlicher Sichtweise heraus als unbrauchbar eingestuft wurden.

Wie die Schwierigkeiten im Einzelnen aussahen, will ich im Folgenden darstellen.

 

Montana (8 Jahre)

Dies sind Montana und Waltraud.

Er ist mit sehr viel Liebe als 3.Kind der Familie großgezogen worden.

Durch einen Weideunfall mit einem Hengst aus der Nachbarschaft gezeugt, hat er seit jeher ein ruhiges und beschauliches Leben zwischen Offenstall und Weide genossen.

Erstmals traten Schwierigkeiten auf, als er im zarten Alter von 4 Jahren in Beritt gegeben wurde.

Dort hat er sich bockig angestellt, so dass gar nicht erst jemand auf ihn aufsaß.

 

Er kam aus dem Beritt quasi unberitten zurück mit dem Kommentar behaftet:" Es sind eben nicht alle Pferde zum reiten geeignet"

Dann überlegte man sich, was man denn nun mit diesem durchaus hübschen Pferd denn anfangen soll.

Nach einer Schonfrist versuchte es die Herrin des Hauses selbst, indem sie eine Reitlehrerin kommen ließ.

Sie gingen zwar sehr behutsam vor, aber Montana hat sich nicht so recht mit der Situation, geritten zu werden, angefreundet.

So hat er die Reitlehrerin, beim Bereiten, doch einige Male abgesetzt.

Dann nach ein paar mehr oder weniger erfolgreichen Sitzungen, bekam die Besitzerin die Anweisung sich doch nun selbst auf das Pferd zu setzen, da es nun eingeritten sei.

 

So geschah es, dass er gegen die Bande an der langen Seite drängelte, Waltraud ihren Schenkel anlegte um ihn etwas ins Halleninnere zu korrigieren und er plötzlich wild losbuckelte.

Sie flog herunter und brach sich das Schlüsselbein.

Das war ein wirklicher Vertrauenseinbruch gegenüber dem Wesen Pferd.

Der zudem sehr schmerzhaft war.

An dieser Stelle stellt sich doch die Frage: "Wie kann ein Wesen mit einem so kindlichen Gemüt überhaupt jemanden verletzen?"

Eigentlich ist die Frage ganz einfach. Pferde sind anders als Menschen, im Grunde sind sie große, kräftige Angsthasen.

 

Daher müsssen wir einerseits verstehen, wie sie denken, damit wir auf mögliche Gefahren gut vorbereitet sind.

Andererseits müssen wir aber auch in der Lage sein, ihnen ihre Angst zu nehmen und dafür sorgen, dass sie in unserer Hand keinen Schaden nehmem.

Nun weiter in der Geschichte von Montana.

Ein paar Monate nach dem Sturz wurde er zum Verkauf angeboten.

Eine Freundin aus meinem Reitstall sah ihn sich an.

Sie arbeitete am Boden mit ihm und das klappte so gut , dass die Familie ihn doch nicht mehr hergeben wollte und neue Hoffnung schöpfte.

So geschah es, dass auch ich ins Spiel kam.

Wir arbeiteten zusammen mit diesem Tier.

Ich nahm ihn an die Longe während sie ritt. Später ritt sie ihn auch alleine in Schritt und Trab.

Bis eines Tages. Sie standen zusammen in der Mitte der Reithalle.

Er aus dem nichts heraus losgaloppierte und sie an die Bande katapultierte durch einen heftigen Stop.

Das hat uns eim ersten Moment schockiert, denn er hat es nicht angedeutet. Es geschah einfach aus dem nichts.

Sie mußte sich erholen und ich arbeitete noch eine Zeit lang mit ihm.

Ließ das Training aber auch einschlafen.

Dann hatte er ein Jahr Ruhe und wurde auch ostheopatisch untersucht, mit der Prognose Rückenproblem.

Seit Mai 2008 habe ich nun das Training aufgenommen.

Er lässt sich nun reiten. Ist körperlich superfit.

Kann mittlerweile Schulterherein, Travers, leichte Trabverstärkungen, leichte Versammlung,.. .

Aber der Kopf ist immer noch ein Problem, so dass man als Reiter sehr aufmerksam sein muss.

Denn er ist sehr sehr reaktionsschnell und kann wegen einer Kleinigkeit explodieren.

Ich hoffe, dass wir ihm die Angst nehmen können.

Die Frau auf den mittleren beiden Bildern ist Tatjana, die mich bei meiner Arbeit unterstützt.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Auf den unteren drei Bildern ist meine Wenigkeit zu sehen.

Das erste zeigt Schulterherein vom Boden auf 4 Hufspuren, sprich stark abgestellt.

Das untere zeigt Schulerherein auf 3 Hufspuren vom Sattel aus. Man beachte den leicht veränderten Kamerawinkel zum vorigen Bild.

Auf dem unteren sieht man ihn im Trab in einer leichten Renversstellung.

Ich habe bewußt noch ein paar Zeilen frei gelassen, um zukünftig etwas über den weiteren Werdegang zu schreiben